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Dieses Thema enthält 1 Antwort, hat 2 Stimmen, und wurde zuletzt vor vor 11 Jahre, 2 Monaten von  Zameera aktualisiert.

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  • #12852

    rinaldo
    Mitglied

    Die Todesstrafe wird in Indien zwar häufig verhängt, vollstreckt wurde sie in den vergangenen 20 Jahren aber nur vereinzelt. Gegenwärtig erhitzen sich jedoch die Gemüter der Muslime und Hindus an einem Todesurteil gegen einen Muslim, den das Oberste Gericht für einen Terrorakt mitverantwortlich machte. Hinduistische Politiker fordern die Vollstreckung der Todesstrafe, tausende Muslime protestieren täglich dagegen. Jetzt muss Präsident Kalam entscheiden: begnadigen oder nicht?

    Von Christoph Heinzle, ARD-Hörfunkstudio Südasien

    Die Volksseele kocht im indischen Teil Kaschmirs. Nahezu täglich gehen hier tausende Moslems auf die Straßen. Sie wollen verhindern, dass Mohammad Afzal gehängt wird. Der kaschmirische Muslim ist nach Ansicht von Indiens Obersten Gerichten mitverantwortlich für den Angriff auf das indische Parlament Ende 2001.

    Afzals Schwiegervater, Ghulam Mohhamad, sagte dass „Afzal zwischen Leben und Tod schwebt. Wir hoffen, dass der indische Präsident unsere Bitten erhört und den Unschuldigen frei lässt.” Die Frau des Verurteilten hat Präsident Abdul Kalam um Gnade gebeten. Solange ist die für 20. Oktober geplante Hinrichtung ausgesetzt. Die Todesstrafe wird in Indien häufig verhängt, aber seit Anfang der 80er Jahre nur alle paar Jahre einmal vollstreckt.


    Afzals Frau fordert die Begnadigung ihren Mannes, der im Hintergrund auf dem Plakat mit dem gemeinsamen Sohn abgebildet ist.

    Hindu-Politiker fordert Vollstreckung der Todesstrafe

    Jetzt fordern vor allem nationalistische Hindus Afzals Tod. Man dürfe einen Terroristen nicht davonkommen lassen, sagen sie. Nicht nach einem solchen Verbrechen, wie es Afzal begangen haben soll. Neun Sicherheitsbeamte starben am 13. Dezember 2001 vor dem Parlament in Neu Delhi. Indien machte eine pakistanische Terrorgruppe und den pakistanischen Geheimdienst für die Tat verantwortlich. In den Monaten danach kamen die Atomstaaten einem Krieg gefährlich nahe.

    Venkaiah Naidu, Spitzenpolitiker der hindunationalistischen Partei BJP meint deshalb: „Diese Strafe muss sein. Es ist eine beispielhafte Bestrafung für ein außergewöhnliches und ein abscheuliches Verbrechen. Begnadigung kommt nicht in Frage. Das war eine durchdachte Strategie Pakistans, um Indien zu destablisieren. Dieser Mann hat dabei geholfen. Deshalb ist unsere Partei für diese extreme Strafe“, so der Politiker.
    „Afzal hatte keinen fairen Prozess“

    Doch die regierende Kongresspartei, Moslemaktivisten und Menschenrechtler sehen die Todesstrafe als nicht gerechtfertigt. Afzal habe keinen fairen Prozess gehabt, meinen sie. Und er sei keiner der zentralen Drahtzieher oder Täter. Yasin Malik, Separatistenführer aus Kaschmir erklärt: „Gemäß dem Richter war Afzal nicht direkt an der Verschwörung und an der Ausführung beteiligt, sondern hat nur logistische Unterstützung gegeben. Und selbst das ist nicht bewiesen. Einziger Beweis ist Afzals Aussage bei der Polizei, die aber von keinem Richter überprüft wurde.“

    Yasin Malik stand in den 80er Jahren an der Spitze des bewaffneten Widerstands gegen die indische Regierung in Kaschmir. In dem blutigen Konflikt starben nahezu 70.000 Menschen. Angefangen habe alles mit der Hinrichtung eines Separatistenführers 1984, erinnert sich Malik. „Innerhalb von vier Jahren haben damals 50.000 Kaschmirer zu den Waffen gegriffen. Wir sollten nicht erneut Anlass für Tausende geben, zu den Waffen zu greifen“, fordert er.
    Schwere Entscheidung für Präsident Kalam

    Doch Hindu-Hardliner wie BJP-Politiker Naidu wollen sich durch solche Warnungen nicht unter Druck setzen lassen. „Was hat Afzal mit dem Kaschmir-Problem zu tun? Löst man das, indem man das indische Parlament in die Luft jagt? Hätten die Attentäter damals Erfolg gehabt, dann hätten sie 540 Parlamentarier und Regierungsbeamte, die ganze demokratische Führung ausgeschaltet. Das wäre ein gewaltiger Schlag für das Land gewesen“.

    Indiens Präsident Kalam steht nun vor einer schweren Entscheidung. Begnadigt er Afzal, könnten militante Muslime das als Ermunterung zu Terrorakten verstehen und extremistische Hindus als Aufforderung zu Angriffen auf Muslime. Begnadigt der Präsident Afzal nicht, so drohen Massenproteste und vielleicht gar eine neue Welle der Gewalt in Kaschmir.

    Quelle: http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID5998890_REF1,00.html

    #12919

    Zameera
    Mitglied

    Ich durfte über Indiens Todesstrafe schon ein Referat halten und ich muss sagen. Manches hätte es einfach nicht gebraucht. International Amnesie berichtet ja viel darüber. Ich finde sowas einfach nicht in Ordnung. Das tut mir immer weh wenn ein Mensch hingerichtet wird. Und meistens heißt es dann, sie sollen fürs Vaterland sterben. Aber das ist schwachsinnig. Weil was ist schon das Vaterland wenn ein Leben dahinter steht!?

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Der Artikel Streit um einen zum Tode Verurteilten wurde zuletzt aktualisiert am 14. Oktober 2006 von rinaldo

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