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Dieses Thema enthält 7 Antworten, hat 5 Stimmen, und wurde zuletzt vor vor 10 Jahre, 12 Monaten von  Shalimar aktualisiert.

8 Beiträge anzeigen - 1 bis 8 (von insgesamt 8)
  • Autor
    Beiträge
  • #17334

    tomtom
    Mitglied

    Das Problem Kinderarbeit, d.h. die Beschäftigung von minderjährigen Kindern unter 14 Jahren ist in Indien weit verbreitet. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Einer der Hauptursachen ist sicherlich die Armut, die letztendlich zu Analphabetismus, geringerer Produktivität, schlechterem gesundheitlichen Allgemeinzustand und letztendlich zu einer niedrigeren Lebenserwartung führt. Fast täglich berichtet die indische Presse über die Ausmaße wirtschaftlicher Ausbeutung von Kindern

    Industriezweige, die bis heute von Kinderarbeit profitieren sind u.a. Energieversorgungsunternehmen, Webereien, Chemische Industrie mit Herstellungsverfahren die u.a. auch äußerst giftige Substanzen wie Quecksilber, Mangan, Chrom, Kadmium, Benzol, Schädlingsbekämpfungsmitteln und Asbest verwenden. Vielfach werden Kinder auch in der Ziegelindustrie, Handwerksbetrieben,
    Seidenspinnereien, Microelektronik oder auf Bauernhöfen eingesetzt.

    Die wichtigste Ursache für Kinderarbeit ist die Armut der Eltern. So ergab die Auswertung umfangreicher Daten über Privathaushalte in Entwicklungsländern, dass die meisten Eltern ihre Kinder niemals zur Arbeit schicken würden, wenn sie nicht äußerste Not dazu zwingen würde. Die Kinderarbeit führt umgekehrt aber auch zu einem erhöhten Angebot an billigen Arbeitskräften und damit zu niedrigen Löhnen. Die Kinderarbeit ist also indirekt auch eine Ursache für die Elternarmut.

    Das Gesetz zum Verbot von Kinderarbeit „Child Labour (Prohibition & Regulation) Act“, verbietet die Beschäftigung von Kindern unter 14 Jahren in Industrie, Bergbau, anderen gesundheitsgefährdeten Produktionsbetrieben und reguliert gleichzeitig auch die Arbeitsbedingungen in Betrieben, die nicht unter dieses Gesetz fallen.

    Kinderarbeit ist ein Übel, das beseitigt werden muß!!

    Die Liste der Verstöße gegen das offizielle Verbot von Kinderarbeit, wie es im Child Labour Prohibition and Regulation Act von 1986 festgeschrieben wurde, ist lang, das Gesetz jedoch wird allenfalls halbherzig durchgesetzt und die betroffenen Arbeitsvermittler kommen weitgehend straffrei davon.

    Ich kann für die Kinder nur hoffen, das sich das bald ändert!

    #18843

    Chandika
    Mitglied

    @ tomtom:

    Hab mir „deinen“ Artikel mal durchgesen. Ja, das Thema Kinderarbeit und allgemein Armut in Indien ist immer schon ein sehr großes und trauriges Thema gewesen.

    Ich finde es sehr gut, dass du den Artikel hier ins Forum reigestellt hast. Indien ist nicht nur die glitzernde Welt Bollywood. Ganz im Gegenteil: Die meisten der Menschen in Indien leben unter der Armutsgrenze. Sie leben unter Lebensbediengungen, die wir Deutschen/Europäer nicht nachvollzeihen können.

    Es ist echt sehr schlimm, dass viele Kinder in Indien arbeiten gehen müssen, für wenig Lohn und teilweise noch dabei ihre Gesundheit gefährden! Man sollte und darf nicht die Augen verschließen, denn es ist die bittere Wahrheit!

    Bollywood in Indien ist zwar schön und so weiter, aber es entspricht halt nicht der Realität, wie es so in Indien aussieht. Nur wenige Menschen sind in Indien reich.

    Nochmal vielen Dank für den Artikel!

    Liebe Grüße!

    Chandika

    #18854

    Indian-Diamonds
    Mitglied

    .

    Habe letztens auh wieder wahrscheinlich so etwas zu Gesicht bekommen …

    Meine Mutter hat mir ein Shirt geschenkt und auf der Lasche stand dann drauf „Made in India“ … kann man sich ja nun vorstellen, daß sie wahrscheinlich Kosten von 1- 2 Euro haben und sagen wir 80-90% Gewinnaufschlag … X(

    .

    #18855

    tomtom
    Mitglied

    @Chandika

    Zum Thema „schöne heile Bollywoodwelt“:

    Immer mehr Westeuropäer schauen sich heutzutage Bollywoodfilme an und verfallen wahrhaftig in den Glauben, das Indien tatsächlich ein Land ist, wo alle mit farbigen Kleidern herumlaufen, den ganzen Tag lachen, singen, tanzen und auch sonst recht unbekümmert ihren Lebensalltag bewältigen.

    Nun … die Realität könnte kontrastreicher wirklich nicht sein, denn ein Großteil der ca. 1,1 Milliarden Menschen in Indien leben in winzigen Lehmhütten und die Straßen sind belebt von Verkrüppelten, Todkranken und Bettelnden. Doch genau hier fängt sich in Indien die Beliebtheit des Genres Bollywood an selbst zu erklären. Für 3 Stunden einmal der Wahrheit entfliehen, sich in einer heilen Welt fühlen wie die Schauspieler, ohne Krankheit, Armut, Kinderarbeit und Depression, als hätte man es selbst auch geschafft.

    In den westlichen Industrienationen ist es ganz ähnlich. Auch hier möchten die Menschen zumindest für die Dauer des Films ihrer eigenen Realität entfliehen und für 3 Stunden eine schöne farbenprächtige Welt, mit viel Liebe, Schönheit und Jugend sehen … und vor allem einem Happy End. Und das Genre Bollywood würde nicht so heißen, wenn nicht genau diese Erwartungen bedient würden und unzählige Komplikationen, Hindernisse, Missverständnisse und Launen des Schicksals in einem Film verhindern, dass sich das Happy End auch nur für weniger als zwei Minuten vor Ende des dreieinhalb-Stunden-Spektakels einstellt.

    Bollywood macht einfach nur glücklich, es gibt fast immer ein Happy End, fast immer einen traumhaften Hauptdarsteller und natürlich eine traumhafte Hauptdarstellerin.
    Und um dieses Genre auch weiterhin so zu bedienen, gibt es sicherlich auch weiterhin immer wieder eine Liebesgeschichte.

    Wie auch immer. Es ist ja auch nichts dagegen einzuwenden, das sich sowohl Inder als auch andere Weltenbürger von solchen Bollywoodfilmen „glücklich machen lassen“ … da möchte ich nicht missverstanden werden. Wenn es diese Bedürfnisse nicht gäbe, gäbe es wahrscheinlich auch das Genre Bollywood nicht.
    Nur fehlt nach meiner Einschätzung das Bewusstsein des Zuschauers dafür, dass das wahre Leben in Indien eben ein anderes ist, als das in den Filmen … und genau hier ist die indische Filmindustrie angesprochen.

    Warum werden nicht mehr Filme gefördert wie die von Deepa Mehta, die ebenso in wunderschönen wie kritischen Bildern auf die Probleme des Landes aufmerksam zu machen vermag?
    Ich denke das es wichtig ist, neben der romantischen heilen Welt auch darauf aufmerksam zu machen, das es immer noch Kastensysteme, Zwangsehen, unzählige Verkrüppelte, Kinderarbeit und vor allem kein Sozialsystem in Indien gibt.
    Es ist an der Zeit, das die Bollywood-Filmindustrie beginnt, wesentlich mehr Sozialkritik zu üben, der Realität „Armut“ mehr Freiraum in ihren Filmen lässt und diese auch besonders thematisiert. Es ist nun mal kontraproduktiv, einer sicherlich armen Bevölkerung permanent den Reichtum und die Glückseligkeit der „Schönen und Reichen“ zu präsentieren in der Hoffnung, das diese bis zum jüngsten Tag sich damit zufrieden gibt, mal 3 Stunden durch einen solchen Film ihrer Realität entzogen zu werden. Zudem vermittelt es auch den Eindruck, des es entweder nur sehr Reiche, oder eben nur sehr Arme gibt …ob das so richtig ist?

    © http://www.bollywoodsbest.de

    #18856
    Redaktion
    Redaktion
    Super-Administrator

    Ich finde auch das solche Filme mehr in den Vordergrund kommen müssen. Ein Anfang war ja z.B. Swades, zwar setzte er wegen dem kritischen Thema nicht viel Kohle ab und wurde von vielen verhöhnt, jedoch ändert sich Indien denke ich schon zu einem sozialerem Land. Bis es an Deutschland ran reicht, wird es aber wohl noch Jahrzehnte dauern, geziehlte und aussagekräftige Filme könnten den Prozess sicher verschnellern…

    #18863

    Chandika
    Mitglied

    @ tomtom:

    Danke für den 2 ausfüchrlichen Text! Aber was du da geschrieben hast, war mir nicht so neu! Ja, Bollywood-Filme machen für 3 Stunden glücklich, das ist wirklich wahr! Sie lassen uns für kurze zeit unsere eigenen Probleme und Nöte vergessen! Die Filmemacher in Bollywood wissen halt, wie man die Bevölkerung für kurze Zeit ablenken kann. Diesen Aspekt finde ich nicht negativ, man soll mich da nicht falsch verstehen. Das möchte ich auch nicht.

    Nehmen wir mal mich als Beipiel: Als ich meinen ersten Bollywood-Film gesehen habe, dachte ich:
    „Oh, wunderschön! In Indien tanzen und singen die den ganzen Tag, sind glücklich usw.!“ Diese Filme vermitteln pure Lebensenergie und -freude! Als ich mich mal wirklich mit dem Land Indien beschäftigt habe, fand ich viele erschreckende Sachen heraus. Es hat mich halt sehr interessiert, wie die Kultur in Indien ist. Wie die Leute leben, was sie den Tag über machen, wieviel Lohn sie für ihre harte Arbeit bekommen usw. Es gibt halt immer zwei Seiten einer Medallie. Das darf man nicht vergessen! Deswegen muss ich nochmals erwähnen, wie gut es von Dir war, hier diesen Artikel reinzustellen!

    Und noch zum Thema, dass Bollywood-Filme vermehrt Probleme aufgreifen, die in dem Land existieren, finde ich auch sehr gut. Ich kenne leider noch nicht Deepa Metha, daher kann ich über diesen Film hier nicht sagen. Doch kenne ich Swades, wo man schon ansatzweise diese Themen mit einbezogen hatte. Deswegen gehört Swades auch zu meinen Lieblingsfilmen. Nicht immer heile Welt und alles Friede, Freude, Eierkuchen! Ich habe gelesen, dass die Inder diese heile Welt im Film einfach haben wollen, wenn ein Film zu sehr ernste Themen aufgreift, kommt der beim Puplikum nicht an und wird ein Flop! Ist halt so!

    #18877
    Redaktion
    Redaktion
    Super-Administrator

    Nicht immer ein Flop, aber jedenfalls kein Blockbuster, auch wenn ShahRukh mit von der Partie ist 😉
    Bollywood hat nun aber ein Vorteil, nämlich den Rest der Welt, welche sich für indische Filme interessieren und das sind einige.

    Geld einnehmen kann man also schon, es muss aber, z.B. in Deutschland, mehr und bessere Promotion für solche Filme gemacht werden, hier würde man sich das sicher ansehen, vorallem weil Indien ja immer mehr ins Interesse und Bewusstsein rückt:!:

    #19809

    Shalimar
    Mitglied

    Bollywoodfilme natürlich sind sie nur Träume oder? Ich habe festgestellt, das in manchen Filmen auch ein bißchen Wahrheit ist. Ich habe mir die Tage mal wieder Sarkar angesehen. Und wenn ich das so mit den täglichen Nachrichten bei Reuters und anderen Presseagenturen vergleichen, kommen da ziemlich brutale Nachrichten über den Ticker. Noch braucht Indien Hilfe aus dem Westen, aber es hilft sich auch selbst. Es ist ein Land wo noch an sehr viel Traditionen festgehalten wird und was sich selbst resoziallisieren muß. Das geht aber nicht mit aller Macht bei 1er Millarde Menschen auf einmal.
    Ich befasse mich mit diesem Thema schon einige Zeit. Und ich denke, das die westliche Welt auch lernen muß umzudenken. Wir machen auch hier nicht alles richtig. Kinderarbeit ist mit Sicherheit was schlimmes, und von Heute auf Morgen nicht abzustellen, dafür sind die Stellen noch zu korupt und es wird viel Vetternwirtschaft getrieben. Es gibt aber auch sehr angagierte Inder die Probleme erkennen und sich darum kümmern und ihr eigenes Land darauf aufmerksam machen. Indien ist wieder aufgewacht und findet den Anschluss auch wirtschaftlich an der Welt und das ist wichtig. Dadurch werden auch Möglichkeiten und Perspektiven geschaffen, im Bereich Schule + Arbeit die Lebensqualität zu verbessern, aber es wird halt noch einige Jahrzehnte bis alles umgesetzt ist.
    Bollywood trägt dazu bei. Es gibt genügend Beispiele dafür. Die Neuste ist die Salman Khan Foundation.
    Man sagt das Kastensystem wäre abgeschafft, aber so wirklich kann man das nicht glauben. In den ländlichen Regionen herrscht es immernoch. Und ich glaube bei uns leider auch.
    Den hier setzt sich auch kein Politiker mit einem Bettler an einem Tisch und ißt oder?
    Bevor bei den anderen herum kritisieren sollten wir bei uns anfangen.
    Vieles entspricht auch nicht unsere Vorstellungskraft, weil die Religionen auch sehr viel Einfluß auf das täglich Leben haben in Indien. Ich habe eine Menge gelernt durch meine Indienkontakte und muß sagen das ich das Leben heute mit anderen Augen betrachte, als noch vor 3 Jahren. Mir sind Heute andere Dinge wichtiger geworden.

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Der Artikel Kinder um ihre Zukunft gebracht. wurde zuletzt aktualisiert am 17. März 2007 von tomtom

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