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Dieses Thema enthält 1 Antwort, hat 2 Stimmen, und wurde zuletzt vor vor 10 Jahre, 10 Monaten von Redaktion Redaktion aktualisiert.

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  • #11920

    rinaldo
    Mitglied

    Und noch mehr Pionierarbeit: Demnächst wird Aishwarya Rai der erste Bollywood-Star in einer ganzen Reihe von Hollywood-Filmen. Frank Vorpahl hat sie für aspekte in Bombay, während ihrer Dreharbeiten für den Thriller „Dhoom 2“, getroffen.


    Zitat: »Alle meine Entscheidungen sind sehr bewusste Entscheidungen – ich mache nichts einfach aus dem Bauch heraus. Ich wähle bewusst aus, was ich ausprobieren möchte.« Aishwarya Rai

    aspekte: Die meisten kennen Sie als Bollywood-Queen. Aber Sie spielten auch in anderen indischen Produktionen. In Filmen wie „Raincoat“ oder in „Chokher Bali“ nach der Vorlage des indischen Nobelpreisträgers Rabindranath Tagore, in dem Sie als junge Witwe gegen die Konvention aufbegehren. Was liegt Ihnen mehr – der bunte Masala-Film oder das Drama?

    Aishwarya Rai: Alle meine Entscheidungen sind sehr bewusste Entscheidungen – ich mache nichts einfach aus dem Bauch heraus. Ich wähle bewusst aus, was ich ausprobieren möchte. Ich wollte als Schauspielerin nie in ein bestimmtes Kästchen gesteckt werden. Ich wollte nie über Genres urteilen, sondern nur darüber, ob ein Film gut oder schlecht, interessant oder uninteressant ist. Das ist Teil des Schauspielerdaseins – im Glücksfall kann man verschiedene Gebiete, Charaktere, Genres erkunden und so „Vielseitigkeit“ zu seinem zweiten Namen machen. Das war immer mein Interesse, und ich bin den Kollegen in der Branche dankbar, die mir zugetraut haben, dass ich diese unterschiedlichen Rollen ausfüllen kann.

    aspekte: Stimmt dennoch der Eindruck, dass Sie mehr und mehr in Filmen mitwirken, die die indische Realität nicht verdrängen, sondern Konflikte thematisieren? Demnächst sind Sie nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Produzentin an einem Film beteiligt, der die Chemiekatastrophe von Bophal aufgreift.

    Aishwarya Rai: In „Raincoat“ – das war 2004 – habe ich zum ersten Mal eine reale Figur im Film gespielt. Da geht es um die aussichtslose Lage einer jungen Frau, um das Thema häusliche Gewalt – was mir die Möglichkeit gab, durch eine Geschichte, durch das Kino über ein „größeres Thema“ zu sprechen.

    Zelluloid ist ein sehr publikumsfreundliches Medium, das verschiedenste Menschen in einem Raum, einem Theater oder Kino zusammenbringt, um einen Film zu sehen – und am Ende gehen sie hinaus und denken über größere Zusammenhänge nach. Wenn solche Gelegenheiten auf mich zukommen, empfinde ich es als Ehre, eine der Stimmen zu sein, die etwas Wichtiges vermitteln können.

    So war das auch, als mir ein Autor das Thema Bhopal zukommen ließ. Ich fand, diese aufwühlende Geschichte müsste erzählt werden und Film sei das richtige Medium dafür, die Leute an diese Tragödie zu erinnern. Ich weiß noch, dass ich als Kind die Nachrichten sah und sehr verstört war. Aber wir dürfen diese Geschichte nicht vergessen, die Menschen müssen daran erinnert werden. Nicht jeder Film hat Tiefsinn oder ist ein Lehrstück. Ich bin auch keine Predigerin, ich führe keinen Kreuzzug. Ich bin Schauspielerin und finde das auch nicht peinlich. Aber ich halte es für einen Segen, wenn ich die Chance habe, etwas zu bewirken, sei es persönlich oder als Schauspielerin, und diese Chancen nehme ich dankend an.

    aspekte: Dabei war es – jedenfalls liest man das in indischen Zeitungen – für Sie gar nicht so einfach, den Schauspieler-Beruf zu ergreifen. Der Beruf galt wohl früher als anrüchig für junge Frauen aus guter brahmanischer Familie. Sie gelten auch da als Vorreiterin …

    Aishwarya Rai: Oh danke, wer hat das geschrieben? Ich glaube nicht, dass ich allein diese Tür geöffnet habe. Aber ich bin dankbar, wenn ich an diesem Prozess mitgewirkt habe. Ich bin nicht alles, was das indische Kino ausmacht oder – wie die Leute gern sagen – das Gesicht des indischen Kinos. Ich bin nur Eine unter Vielen.

    Früher waren die Leute skeptisch oder hatten das Vorurteil, dass Menschen aus höheren Kasten nicht schauspielern sollten. Wenn es jetzt heißt, ich und meine Familie hätten diese Vorurteile aufgebrochen, freut mich das. Aber natürlich ist es auch nicht fair, auf irgendeinen Beruf herabzuschauen. Jeder Beruf hat seine guten und schlechten Seiten. Es kommt nur darauf an, woran man glaubt und dass man genau das tut, wozu man sich berufen fühlt. Ob man respektiert wird, hat man selbst in der Hand.

    aspekte: Vielen Dank für das Gespräch. Nur eine letzte Frage noch: Indien ist in diesem Jahr Schwerpunkt auf der Frankfurter Buchmesse. Da kommen – wie im Film – eine Menge Themen, aber besonders viele bunte Epen auf uns zu. Wie genießt man die am besten?

    Aishwarya Rai: Also kann ich Ihnen nur sagen: Herzlich willkommen! Genießen Sie es, und tauchen Sie tief ein in unsere Epen und Sagen. Sie werden sehen, die Figuren darin können einen sehr tiefen Eindruck hinterlassen. Sie sind ein wichtiger Teil unserer Kultur und Mythologie. Wir haben so viele Gottheiten, so viele Geschichten über jede von ihnen, dass sie noch viele unserer Schriftsteller zu neuen Büchern inspirieren werden. Darin steckt toller Lesestoff und eine Menge Inspiration.

    Quelle: http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/10/0,1872,3983050,00.html

    #11936
    Redaktion
    Redaktion
    Super-Administrator

    Mir gefällt wie Sie denkt und auf die Fragen antwortet, denke hätte auch so agiert 😉

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Der Artikel Bollywood goes Hollywood – Aishwarya Rai im aspekte-Exklusivinterview wurde zuletzt aktualisiert am 1. Oktober 2006 von rinaldo

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