Portal Anmeldung!
Bollywood App!
ANZEIGE

0 B¦ollys (angemeldet?)
Bolly-LogB¦ollys  verdienen...
Bolly-Log
#12657

rinaldo
Mitglied

Szenen wie in Bollywood
Filmfest: Premiere des indischen Films „Kank“ im Cinemaxx. Jubel, Schwelgen und Tränen: Auch die deutschen Fans verstehen es, den aktuellen Blockbuster des Hindi-Kinos zu feiern. (Von Birgit Reuther)

Hamburg – Der Vorhang vor der Leinwand wird zur Seite geschoben. Jubel, Applaus. Das Zertifikat des indischen Films wird eingeblendet. Mehr Jubel, stärkerer Applaus. Im Vorspann erscheint der Name des Hauptdarstellers. Euphorischer Jubel, sehr lauter Applaus.

Das Erste, was vom Gesicht des indischen Superstars Shah Rukh Khan zu sehen ist, sind dessen Augen. Glück für Anne-Kathrin Luck aus Magdeburg. Denn die Kinderkrankenschwester schwärmt besonders für den eindringlichen Blick des Schauspielers. Mit anderen Fans hat sich die 22-Jährige im Internet unter http://www.bollywood-forum.de verabredet, um Freitagnacht beim Hamburger Filmfest endlich den aktuellen Blockbuster des Hindi-Kinos anzuschauen: „Kabhi Alvida Naa Kehna“, kurz „Kank“. Ein Dreieinhalb-Stunden-Epos um das Schicksal von Dev (Shah Rukh Khan) und Maya (Rani Mukherji), die für ihre Liebe ihre Ehen aufs Spiel setzen.

„Seit ich vor zwei Jahren den ersten Bollywood-Film auf RTL2 gesehen habe, bin ich Fan“, sagt Luck. Die Leidenschaft ist ihr anzusehen. An ihren Ohren baumelt Glitzerschmuck, ihr Oberteil ist bestickt. „Schön, dass sich so viele Deutsche für Bollywood interessieren“, erklärt Sidra Jafri und guckt erfreut durch das Foyer des Cinemaxx, wo das aus ganz Deutschland angereiste Publikum dicht gedrängt vor den Türen des großen Saals wartet. Die 18-Jährige ist mit ihren Eltern und ihren beiden Schwestern zum Dammtor gekommen. Wie in ihrer indischen Heimat ist das Kino ein beliebtes Ausflugsziel für die ganze Familie. Auf dem Subkontinent gehen täglich 14 Millionen Menschen ins Kino. Kein Wunder, dass nicht nur die Akteure wie Götter verehrt werden.

Auf dem roten Teppich kommt „Kank“-Regisseur Karan Johar nur langsam voran, gibt im Blitzlichtgewitter Autogramme und flüchtet schließlich auf eine Empore, unter der weibliche Fans ausharren wie ein Dutzend Romeos vorm Balkon. Winkend, rufend. Als die in Hamburg lebende Shweta Shetty schließlich auf der Saal-Bühne den 1972 geborenen Johar vorstellt, sind die Gesten so groß wie in seinen Filmen: Umarmungen, die Sängerin weint. Jubel, Applaus. „Ein wilder Abend“, sagt Filmfest-Chef Albert Wiederspiel wiederholt. Stimmt. Während des Films ist immer wieder Szenenapplaus zu hören, Schreien, Lachen, Seufzen.

Als der alte bärtige Held des Hindi-Cinemas, Amitabh Bachchan, genannt Big B, mit seinem Sohn Abhishek zu einer aufgekratzten Rock-’n‘-Roll-Nummer tanzt, klatscht die Menge mit. In der Pause liegen sich zwei Freundinnen in den Armen. „Ist der geil, der Film“, sagt die eine. Die Schlange zur Damentoilette ist von feuchten Augen gesäumt. Zwei Frauen in Saris versorgen sich mit Popcorn für die zweite Hälfte. Zum tränenreichen Ende hin ist verstärkt das Kramen nach Taschentüchern und heftiges Schnäuzen zu vernehmen. Der Rest ist Schwelgen. Und Jubel. Und Applaus.

erschienen am 9. Oktober 2006 http://www.abendblatt.de

Der Artikel Reply To: KANK in deutschen Kinos! Endich ist es soweit wurde zuletzt aktualisiert am 10. Oktober 2006 von rinaldo