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Bolly-Log
#12116

Xara²³
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Teil II


In Deutschland werden allerdings viele Ihrer Filme auf einem Kanal gezeigt, der RTL 2 heißt und nicht gerade dafür bekannt ist, besonders schamhaft zu sein.

Vielleicht finden die Menschen in Ihrem Land ja etwas anderes gut. Eine Freundin hat mir das mal so erklärt: In Deutschland gibt es für alles einen Knopf. Ob man einen Kaffee möchte, ob man Fharkarten kaufen will – man drückt immer auf Knöpfe. Und ein indischer Film ist wie ein Knopf fürs Weinen. Man setzt sich rein, un schon gehts los.

Aber in Ihrem Filmen wird ja nicht nur schamhaft geschluchzt. SChlißelich sind Sie ein absoluter Frauenheld.
Finden Sie?

Naja.. Frauen schwärmen von Ihrem Lächeln, Ihrem Blick. Im Internet gibt es sogar Gedichte darüber.
Als ich mit der Schauspielerei anfing, galt ich überhaupt nicht als gutaussehend. Da sollten Männer noch wie Männer aussehen, so mit Muskel und Bart. Dann hieß es plötzlich, ich hätte nur wegen meiner Grübchen Erfolg. Damals wollte auch jeder Stylist, dass ich meine Augenbraunen zupfe – und nun gelten ausgerechnet die als sexy. Hoffentlich finden sie noch viele andere Teile meines Körpers … Aber eigentlich ist mir das peinlich. Ich bin kein Posterboy! Ich meinte, ich bin Muslim, ich könte vier Frauen heiraten – aber ich habe bloß eine gefunden.

Sie Ärmster
Sie sagen es!

Was denken Sie denn, warum Sie so gut ankommen?
Keine Ahnung. Man versucht immer zu analysieren, warum etwas funktionert. Aber so richtig wird man nie dahinterkommen. Vor 15 Jahren war ich noch total durchschnittlicher Fernsehfuzzi. Jetzt schreiben die Leute Bücher über mich. Ich lese gerade eines. Dickes Buch, sehr analytisch. Und lerne daraus: Ich bin ein Phänomen der 90er Jahre, eine Folge der sich verändernden wirtschaftlichen und sozialen Struktueren in Indien. In dem Buch steht, dass ich diesen Wandel verköpere. Cool, oder?

Aber glauben tun Sie das nicht?
Ich bin Schauspieler, sonst nichts. Ich habe ja nicht anfangen und mir gesagt: Oh die zeiten ändern sich, dann mache ich jett mal den Kerl, der alles verkörpert. Dass Sie hier sitzen und dass ich so großartige Städte wie Baden-Baden und Düsseldorf kennenlernen durfte, ist doch letztlich Zufall. Eine Folge der Globalisierung. Wir merken langsam, dass wir alle in derselben Hütte leben.

Und dass Sie Schauspieler geworden sind, war auch nur ein Zufall?
Ehrlich gesagt, ja, und ein ziemlich trauriger dazu. Meine Eltern sind sehr früh gestorben, und das hat mich unheimlich mitgenommen. Die Schauspielerrei war vielleicht ein Weg, damit klarzukommen – aber auch das ist wieder so ein rückblickender Erklärungsversuch. Eigentlich komme ich vom Theater. Dort habe ich gemerkt, dass ich Geschichten erzählen kann, mit meiner Mimik. Und ich erzähle gern geschichten. Meinen Kindern vorm Schlafengehen und den Leuten im Kino. Ich neige dazu, extrem vie zu grübeln. Ich rauche zu viel, ich schlafe zu schlecht – in gewisser Weise ist es die Arbeit, die mich am Laufen hält, auch wenn das nicht besonders gesund ist.

Hat Ihre Familie da nicht manchmal das Gefühl, zu kurz zu kommen?
Meine Kinder kenne mich nicht naders, und meine Frau versteht das zum Glück. Sie kennt mich so gut, sie weiß immer, was in mir vorgeht. Und natürlich ist meine Familie immer wichter als mein Beruf. Ich habe nur ds Gefühl, dass die Grenze zwischen der Person und dem Schauspieler Shah Rukhkhan immer mehr schwindet. Das klingt jetzt tragisch, aber empfinde ich esnicht. Mag sein, dass ich in meinem wirklichen Leben schauspielere. Es kann aber auch sein, dass ich in meinem Filmen sehr echt bin.

Hätten Sie lust, Bollywood zu verlassen und es mal in Hollywood zu probieren?
Warum sollte ich? Ich bin 40. Ich sehe nicht extrem gut aus. Ich beherrsche keine besondere Kung-Fu-Technik. Warum sollte mich jemand für einen Hollywod-Film besetzen – es sei denn, der Film handelt von einem 40-jährigen braunen Inder, was ich einen ziemlich ungewöhnlichen Plot nennen würde. Außerdem finde ich es hier biel spannender.

Was denn? Die Arbeit oder die Handlung der Filme?
Nee, die Handlungen sind ja langweillig. Ständig muss ich Frauen verführen, ein furchtbarer Job. Ich meine das Publikum. Es gibt Menschen in meinem Land, die einen Film pro Jahr sehen, weil das alles ist, was sie sich leisten können. Menschen, die auf das Essen verzichten, damit sie einen Film zweimal sehen können. Die einen Schrein für Schauspieler errichten und Kerzen anzünden, weil wir sie glücklich machen. Die weinen, weil sie denken, dass sich wirklich verletzt bin, wenn ich im Film eine Kugel abkriege. Ich spiele für die ganz Reichen und für die ganz Armen. Für Muslime, Hindus, Buddhisten Parsen und was es sonst noch alles gibt.

Das klingt ja ganz so, als sei die indische Gesellschaft eine große, harmonische Familie?
Natürlich gibt es immer wieder Ärger und Gewalt. Meine Frau ist Hindu, ich bin Muslim – als das Aufgebot für unsere Hochzeit bekannt gegeben wurde, wollte man unser Haus steinigen. Aber wir haben einfach eine falsche Adresse angegeben. Hinter solchen Dingen stecken Fanatiker, die nicht wissen, was Religion bedeutet. So wie hinter terroristischen Anschlägen Mörder stecken, die eine Religion in den Dreck ziehen. Die sie missbrauchen, ohne selbst religiös zu sein.

Wie wichtig ist Religon in Ihrer Familie?

Ich bin sehr weltlich aufgewachsen. Eine gute Schulbildung bringt das mit sich. Trotzdem bin ich einer der überzeugtesten Muslime der Welt, und ich glaub ena Allah – genau deshalb bin ich kein Fundamentalist. Unsere beiden Kinder wacshenmit beiden Religonen auf, mit HinduGebeten und Koran. Und jedem, dem das nicht passt, kann ich nur sagen: Der Islam hat mich Toleranz gegenüber allen Bräuchen und Religonen gelehrt. Und wenn jemand morgens aufsteht und drei rohe Eier in seinen Mangosaft haut, ist das auch ein Brauch, den ich toleriere. Wenn jemand allerdings Bräuche praktizieren weill, bei denen andere verletzt werden, kann man das nicht tolerieren. Da liegt die Grenze.

Viel Spaß beim Lesen und eine schöne Nacht noch. Geh jetzt schlafen morgen umd 4:00 aufstehen und arbeiten 😛 Tschööö 😉

Der Artikel Reply To: "Ich bin kein Posterboy" | Interview mit Shah Rukh Khan wurde zuletzt aktualisiert am 6. Oktober 2006 von Xara²³